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Wenn die Erde bebt: Plattentektonik
und die Verschiebung des Meeresbodens

Früh morgens am Mittwoch, dem 18. April 1906, wurden die Bewohner eines 700 Meilen langen Gebietes der Westküste der Vereinigten Staaten, das von Coos Bay, Oregon, bis nach Los Angeles, Kalifornien reichte, durch ein Schütteln des Erdbodens geweckt. Aber in San Francisco schüttelte der Boden nicht nur. Ein Polizist, der die Einkaufszone der Stadt patrouillierte, hörte ein niedriges Grollen und sah den Bürgersteig sich vor ihm aufwölben, "als ob die Wellen des Ozeanes direkt auf mich zukamen und sich gleichzeitig aufblähten". Obwohl die Richterskala erst 1935 erfunden wurde, haben Wissenschaftler seitdem geschätzt, daß das San Francisco Erdbeben von 1906 eine Amplitude von 7.8 auf der Richterskala gehabt hätte. Später am selben Morgen, wurden die zusammengestürzten Gebäude durch die Feuer , die in der verwüsteten Stadt brannten noch weiter zerstört. Ungefähr 700 Personen verloren ihr Leben, weitere 250 000 ihre Heimat, und insgesamt 28 000 Gebäude wurden zerstört. Die finanziellen Ausfälle wurden auf US $500 Million geschätzt, was einem heutigen Wert von fast US$ 9 Milliarden entspricht.

 

Zerstört durch ein mächtiges Erdbeben am 18. April 1906, stehen die Ruinen des Rathauses von San Francisco, umgeben von Tausenden von Tonnen von Ziegeltrümmern. (Museum der Stadt San Francisco)

Das Erdbeben von San Francisco an diesem Morgen ist in die Geschichte eingegangen, nicht nur wegen des Ausmaßes der Zerstörung, sondern auch seiner unerklärbaren Merkmale. Die Wissenschaftler von damals wußten, daß der San Andreas Graben in der Nähe war. Sie wußten auch, daß eine Seite eines solchen Risses in der Kruste des Planeten sich nach oben oder unten gegen die andere verschieben, und so ein lokalisiertes Erdbeben auslösen kann. Aber selbst als Geologen damit begannen, dieses Phänomen zu untersuchen, konnten sie sein Ausmaß nicht erklären. Ein sehr langer Teil des Grabens hatte sich bewegt, beinahe 300 Meilen lang von San Juan Bautista in San Benito County bis südlich von San Francisco und nördlich zum Oberen Mattole Fluß in Humboldt County, sowie westwärts zum Meer. Eine so große Verschiebung war noch nie vorher beobachtet worden. Es dauerte fast sechs Jahrzehnte, bis eine Erklärung gefunden wurde, und nur aufgrund einer neuen Theorie, der Plattentektonik.

Plattentektonik stellt eine der großen Leistungen der modernen Wissenschaft dar. Plattentektonik beschreibt die Oberfläche der Erde als aufgeteilt in riesige Platten. Die Bewegungen dieser Platten tragen die Kontinente langsam um den Globus. Wenn die Platten aufeinanderstoßen, können sie katastrophale Ereignisse wie Vulkanausbrüche und Erdbeben verursachen. Dieselben Ereignisse können zerstörerische Wellen im Ozean auslösen, die als Tsunamis bekannt sind. Die Theorie der Plattentektonik wurde bis in die sechziger Jahre von der Mehrzahl der Geologen abgelehnt. Forscher, die Grundfragen der Ozeanik und Geo-Wissenschaften studierten, verstanden allmählich, wie die Kruste des Planeten aufgebaut ist. Dieses Verständnis erlaubt es uns, auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, wenn der Boden unter unseren Füßen sich wieder wie Meereswellen aufwölbt.

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"Wenn die Erde bebt: Plattentektonik und die Verschiebung des Meeresbodens" ist einem Artikel des Wissenschaftsschriftstellers Josef Cone für die Serie Jenseits von Entdeckungen der Nationalen Akademie der Wissenschaften entnommen: Der Weg von Forschung zum Nutzen für die Menschheit. Beigetragen haben Dr. Tanya M. Atwater, Dr. Richard L. Bernknopf, Dr. Kenneth H. Rand, Dr. G. Brent Dalrymple, Dr. William L. Ellsworth, Dr. W. G. Ernst, Dr. Richard McCarthy, Dr. Dan P. McKenzie, und Dr. Neil D. Opdyke.

Die Akademie, die ihren Sitz in Washington, D.C. hat, ist eine Gesellschaft bedeutender Gelehrter, die wissenschaftliche und technische Forschung betreiben und die sich der Anwendung von Wissenschaft und Technologie für das öffentliche Wohlergehen widmen. Die Akademie fungiert seit mehr als einem Jahrhundert als unabhängiger, objektiver, wissenschaftlicher Berater für die Nation.

Dieser Beitrag wurde von der Nationalen Wissenschaftsstiftung und der Nationalen Akademie der Wissenschaften finanziert.

Ó 1999 U.S. National Academy of Sciences, September 1999

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