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Plattentektonik und die Verschiebung des Meeresbodens

Von Erdbeben zur Kontinentaldrift

Magnetische Anhaltspunkte

Erkenntnisse aus dem Meer

Magnetismus und Zeit

Platten in Bewegung

Die Anwendung geophysikalischer Erkenntnisse

Fenster zu einer Neuen Welt

Zeitablauf

Die Anwendung geophysikalischer Erkenntnisse

Lang anhaltende Besorgnis um die öffentliche Sicherheit hat von einem Verständnis der Plattentektonik profitiert. Wissenschaftler haben zum Beispiel seit dem Advent der Theorie der Plattentektonik in den späten 60iger Jahren erkannt, daß der San Andreas Graben in Kalifornien die Grenze ist, die zwei Platten trennt, die langsam aneinander vorbeigleiten. Die pazifische Platte, die größte der Welt, bewegt sich in nordwestlicher Richtung an Nordamerika vorbei, und zieht den Rand des Kontinentes mit sich. Die Kalifornier wußten seit langem, daß ihr Land erdbebenanfällig war. Die Erkenntnis, daß sie an einer bedeutenden Plattengrenze leben, machte klar, daß Erdbeben unvermeidlich sind, daß es nur eine Frage von "wann", nicht "ob" sie vorkommen werden, ist.

Obwohl Wissenschaftler Erdbeben noch nicht vorhersagen können, hat das Verständnis der Rate der Plattenbewegung und der Erdbebenmuster, die mit dem San Andreas Graben assoziiert sind, die Regierung von Kalifornien dazu veranlaßt, bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Kalifornien etablierte 1975 eine Seismische Sicherheitskommission, die, neben anderen Aufgaben, den Erdbebengefahrenlinderungsplan des Staates begutachtet und aktualisiert.

Der Erdbebengefahren-Reduzierungs-Akt von 1977 hat das Nationale Programm zur Verringerung der Erdbebengefahr (NEHRP) auf nationaler Ebene eingeführt, um die Erdbebenrisiken in den Vereinigten Staaten zu verringern, etwas, was Erdbebenspezialisten seit dem großen Erdbeben in Alaska von 1964 verlangt hatten. Forschung, die von NEHRP Teilnehmern durchgeführt wird, beeinflußt nicht nur öffentliche Bildungsprogramme, sondern auch die Entwicklung seismischer Standards für die Planung und Konstruktion von Gebäuden und anderen Strukturen. Eine bedeutende Planungsänderung in den Baurichtlinien betrifft das Prinzip der Grundisolierung, in der eine Struktur von einer Anzahl von Lagerpolster gestützt ist, die zwischen der eigentlichen Struktur und ihrem Fundament oder Grund gesetzt werden. Eine festverankerte Struktur hinkt, wenn sich der Erdboden in eine Richtung bewegt, hinterher und bewegt sich effektiv in die Gegenrichtung; zieht man die Beschaffenheit von Erdbebengrundwellen in betracht, bedeutet das, daß eine Struktur eigentlich in vielen Richtungen hin und her vibriert. Wenn die Basis jedoch durch dazwischenliegende Lagerpolster abgetrennt wird, absorbieren diese Polster die Vibration und das Gebäude bleibt im wesentlichen unbewegt. Aufgrund ähnlicher geologischer Risiken sind die Japaner und Kalifornier, beide, Vorreiter in der Entwicklung von verbesserten Baurichtlinien für unter anderem öffentliche Schulen, Brücken, Krankenhäusern, und Dämmen.

Zusätzlich zu seiner Bedeutung für die öffentliche Sicherheit war der Advent der Theorie der Plattentektonik ein wahrer Segen für wichtige Wirtschaftsbereiche wie Bergbau und Erdölförderung. Das Schürfen nach Öl und Erdgas zum Beispiel ist seit den 70iger Jahren durch die Entwicklung und fortgesetzte Verbesserung paleo-geographischer (wörtlich "fossile" Geographie) Landkarten erleichtert worden, die helfen können, prähistorische Lagerstätten zu identifizieren, die der Formation und Erhaltung von Ölquellen förderlich waren.

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