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Die ruhmreichen Jahre

Nach seiner Einführung 1937 als Ersatz für Seide in Strümpfen, wurde Nylon - stark, billig und leicht zu bearbeiten - ein uneingeschränkter Verkaufsschlager. Der unmittelbare Erfolg von Nylonfasern und Neoprens, des ersten synthetischen Gummis, erteilte der Polymerindustrie eine wichtige Lektion, nämlich daß Grundforschung zu Produkten führen kann, die natürliche Materialien ersetzen können. Grundforschung kann außerdem zu Nobelpreisen führen. Paul Flory erhielt einen Nobelpreis für seine lebenslangen Beiträge zur Polymerforschung, angefangen mit seiner Arbeit bei DuPont. Flory war entscheidend für die Entwicklung einer Theorie des Verhaltens von Polymermolekülen, hauptsächlich durch mathematische und statistische Analysen der Form und Eigenschaften von Polymerketten. Die dreißiger waren die ruhmreichen Jahre für die Entwicklung neuer synthetischer Polymere. Sie brachten Polyvinylchlorid (PVC), Polyurethan, Polytetrafluoroäthylen (Teflon) und Polystyren hervor, die gemeinsam die Textil-, Farben-, Haushaltswaren-, Verpackungs-, und Isolationsmaterialindustrien revolutionieren würden. Diese neuen Materialien hatten keine Ähnlichkeit mit dem Ausgangsmaterial (was im allgemeinen Öl oder Erdgas war) und wurden gerade aufgrund ihrer Künstlichkeit gefeiert. Da viele dieser Polymere nach Aufwärmung formbar waren wurden sie "Plastik", vom griechischen Wort "fähig geformt zu werden", genannt.

Eine weitere wichtige Entwicklung, die ihren Anfang in den späten dreißiger und vierziger Jahren nahm, war die großangelegte Produktion künstlichen Gummis, angetrieben von der florierenden Autoindustrie und den militärischen Erfordernissen des Zweiten Weltkrieges. Bei 1930 waren zwei neue Formen künstlichen Gummis in Deutschland entwickelt worden, beide basierend auf dem Petroleumnebenprodukt Butadien. Als die Spannungen in Europa wuchsen, erkannte die U. S. Regierung die Verwundbarkeit der nationalen Gummiversorgung und gründete 1941 die Gummivorratsgesellschaft, um jährlich 10.000 Tonnen Gummi zu produzieren. Mitte 1942 war das Produktionsziel aufgrund der japanischen Besetzung Ost-Indiens, dessen gewaltige Gummibaum-Plantagen die Welt mit dem Rohmaterial für Gummi versorgt hatten, auf 850.000 Tonnen jährlich gestiegen. Chemiker und Ingenieure entwickelten gemeinsam eine Vielfalt von neuen Prozessen, um die Kriegsnachfrage zu decken. Eine der wichtigsten Techniken, entwickelt von Peter Debye von der Cornell-Universität, benutzte die Brechung von Licht, um das Molekulargewicht und die Größen sehr langer Polymere zu bestimmen. Polymerforscher wandten diese Erkenntnis auf die Analyse künstlichen Gummis an. Moderne Abwandlungen dieser Technik sind unschätzbar für Forscher, interessiert an der Charakterisierung komplexer Moleküle.

Während Wissenschaftler fortgesetzt mit neuen Arten von Polymeren aufwarteten, träumten Designer von Autos und Häusern, die vollständig aus verschiedenen Arten von Plastik hergestellt würden. So unpraktisch wie sich einige dieser Ideen auch erwiesen, Plastik ersetzte in der Tat Stahl, Glas, Aluminium und Holz und verwandelte dadurch während der fünfziger und sechziger Jahre Autos, Baumaterialien und unzählige Verbraucherprodukte. Aufgrund ihrer Biegsamkeit, niedrigen Preises und einfachen Sterilisation fanden Polymere später auch eine Vielzahl medizinischer Anwendungen wie Verpackungsmaterial, Einwegspritzen, Container, Röhrchen und verschiedenartiger Membranen und Barrieren. In der Medizin allein werden in den Vereinigten Staaten bei 2000 geschätzte 3 Milliarden Pfund an Polymeren jährlich verbraucht.

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