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Zeitablauf

Zeitablauf

Dieser Zeitablauf zeigt die Abfolge der Grundforschung, die zum Verständnis von Polymeren und der Entwicklung einiger ihrer medizinischer Anwendungen führte.

1839
Charles Goodyear erfindet den Prozeß der Vulkanisation, der Gummi in ein trockenes, zähes, elastisches Material verwandelt.

1858
Die Chemiker Friedrich Kekulé und Archibald Couper zeigen, daß organische Moleküle aus Kohlenstoffatomen bestehen, die chemisch in verschiedenen Konfigurationen kombiniert werden können.

1870
John Wesley Hyatt bringt Zelluloid auf den Markt, einen Kunststoff, der aus chemisch modifiziertem Zellstoff besteht und auch Zellstoffnitrat genannt wird.

1887
Graf Hilaire de Chardonnet führt eine Methode ein, Lösungen von Zellstoffnitrat zu Chardonnet-Seide, der ersten synthetischen Faser, zu verspinnen.

1909
Leo Baekeland erfindet Bakelite, den ersten vollkommen synthetischen Kunststoff.

1920
Hermann Staudinger theoretisiert, daß Polymere lange Ketten aus kleineren Einheiten sind, die sich Hunderte oder Tausende von Malen wiederholen. Er erhält später den Nobelpreis für seine Forschung auf dem Gebiet der Synthese und der Eigenschaften von Polymeren.

Zwanziger Jahre
Kurt Meyer und Herman Mark benutzen Röntgenstrahlen, um die Struktur von Zellstoff und anderer Polymere zu untersuchen und liefern den überzeugenden Beweis einer Struktur aus mehrfachen Untereinheiten für einige der Moleküle.

Späte zwanziger Jahre
Wallace Hume Carothers und sein Forscherteam von DuPont synthetisieren und entwickeln Anwendungen für synthetische Polyester, Neoprene und Nylons.

1930
Deutsche entwickeln aus Butadien, einem Petroleumnebenprodukt zwei Arten synthetischen Gummis (Buna-S und Buna-N).

Dreißiger Jahre
Paul Flory entwickelt eine mathematische Theorie, um die Schaffung von Polymer-Netzwerken, "in denen Polymer-Flüssigkeiten Verknüpfungen formen und, wie Gummi, elastisch werden". Flory erhält 1974 den Nobelpreis für seine lebenslangen Beiträge zur Polymer-Chemie.

Vierziger Jahre
Peter Debye entwickelt eine Technik, die die Brechung von Licht für das Messen des molekularen Gewichtes großer Polymere einsetzt.

1950
Norton Higgins patentiert einen Prozeß für die Herstellung von Polyglykolsäure, eines Kunststoffes, der langsam und kontrolliert im menschlichen Körper abgebaut wird.

1963
Edward Schmitt und Rocco Polistina patentieren die ersten, abbaubaren, synthetischen Operationsfäden, hergestellt aus Polyglykolsäure, einem Kernkunststoff für die Konstruktion von Geweben.

1975
Robert Langer und M. Judah Folkman benutzen Polymere, um Chemikalien freizusetzen, die die Formation von Blutgefäßen unterbinden und leiten eine neue Art der Krebstherapie ein. Die Studien beweisen ebenfalls die Durchführbarkeit einer kontrollierten Freisetzung von Makromolekülen.

1986
Langer und Josef Vacanti demonstrieren, daß Leberzellen auf einem Plastikgerüst gezogen, in Tieren verpflanzt, und nach Transplantation funktionfähig bleiben können. Sie öffnen damit die Tür zum neuen Gebiet des “Gewebe-Engineering”.

1996
Die U.S. Gesundheitsbehörde genehmigt die von Langer und Henry Brem pionierte Verpflanzung von Polymerplättchen für die Behandlung von Gehirntumoren.

1997
Klinische Versuche zeigen, daß künstliche Haut Hautgeschwüre von Zuckerkranken heilen kann und etablieren die potentielle, klinische Durchführbarkeit einer Konstruktion von Geweben.

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