The National Academies: Advisers to the Nation on Science, Engineering, and Medicine
NATIONAL ACADEMY OF SCIENCES NATIONAL ACADEMY OF ENGINEERING INSTITUTE OF MEDICINE NATIONAL RESEARCH COUNCIL
Current Operating Status
JENSEITS VON ENTDECKUNGEN

DIE AUFKLÄRUNG DES VITAMIN D RÄTSELS

VON SPRENGSTOFFEN ZUM GAS, DAS HEILT

DIE GESCHICHTE DER HEPATITIS B

DAS ENTWAFFNEN EINES TÖDLICHEN VIRUS

POLYMERE UND MENSCHEN

WENN DIE ERDE BEBT

LOCAL SEARCH


Die Aufklärung des Vitamin D Rätsels

Ein Fall von Verwechslung

Das Verfolgen der Krankheitsursache

Eine Substanz verschieden von Proteinen und Salzen

Die Pirsch auf Rachitis

Begrifferaten

Die Verbindung zwischen Vitamin D und der Kontrolle von Kalzium

Mehr als nur eine Methode der Kalziumregulation

Das Verfolgen der Krankheitsursache

Der erste handfeste Hinweis, daß ein bestimmter Nahrungsmangel zu Krankheit führen könnte, kam 1754. Der schottische Marine-Chirurg James Lind zeigte in diesem Jahr, daß Skorbut, der schmerzhafte und manchmal tödliche Fluch der Seeleute auf langen Ozeanreisen, mit dem Saft von Orangen, Zitronen und Limonen nicht nur geheilt, sondern auch verhindert werden konnte. Britische Seeleute (bald "Limeys" genannt) profitierten im späten 18. Jahrhundert von Linds Entdeckung.

Der Beginn der Industriellen Revolution in Großbritannien im späten 17. Jahrhundert brachte mittlerweile eine andere Geißel mit sich: Rachitis. Die Krankheit selbst war Mitte des 16. Jahrhunderts erstmals von Ärzten beschrieben worden, war damals aber relativ selten. Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch, als immer mehr Familien ein Leben im Freien auf dem Bauernhof gegen Fabrikarbeit in der rauchigen Luft industrieller Städte eintauschten, wurde Rachitis zur Plage in ganz Europa. Die Symptome der Krankheit waren unverkennbar. Die Knochen der geplagten Kinder blieben weich wie Knorpel, und die Säuglinge lernten nur langsam zu sitzen, zu kriechen und zu gehen. Während die Kinder wuchsen, bogen sich ihre weichen Knochen unter dem zusätzlichen Gewicht und die verräterischen Spuren der Rachitits wie Hühnerbrust und O- oder X-Beine blieben zurück. Rachitische Kinder (Kinder mit Rachitis) litten auch unter Tetanie: schmerzhaften Krämpfen der Hände, Füße und des Kehlkopfes, gemeinsam mit Atemschwierigkeiten, Übelkeit und Schüttelkrämpfen. Dieser Zustand, später als symptomatisch für Kalziummangel identifiziert, war oft so schlimm, daß die Kinder starben.

Während des 19. Jahrhunderts tauchten sporadische Berichte von Heilmitteln für Rachitis auf, jedoch mit geringer Auswirkung. Ein polnischer Arzt beobachtete zum Beispiel 1822, daß Kinder in Warschau schwer unter Rachitis litten, wohingegen die Krankheit in den ländlichen Außenbezirken der Stadt praktisch unbekannt war. Nach Experimenten mit den zwei Gruppen schloß er, daß Sonnenbäder Rachitis heilten. Fünf Jahre später berichtete ein französischer Forscher von Heilungen mit der Volksmedizin Lebertran. Keine der Behandlungsmethoden erzielte weite Aufmerksamkeit, zum Teil beruhend auf der vorherrschenden medizinischen Weisheit, daß nur adäquate Mengen an sogenannten Makronährstoffen wie Proteine, Fette und Kohlenhydrate nötig sind, um die Gesundheit aufrechtzuerhalten. Wissenschaftler jedoch, die an den Ursachen solcher Krankheiten wie Pellagra und Beriberi interessiert waren, begannen zu vermuten, daß die Makronährstoffe allein nicht alles erklärten, und daß, in der Tat, hinter gewöhnlichem Essen mehr steckte als bisher angenommen.

Vorherige Seite | Nächste Seite

RSS News Feed | Subscribe to e-newsletters | Feedback | Back to Top